Ältere Bürgerinnen und Bürger sollten Unterstützung durch Gemeindeschwestern und nicht-ärztliche Praxisassistenten erfahren Neues Landesprogramm - Hausärzte und Kommunen können Antrag stellen

Bis Ende 2030 wird nicht nur die Stadt Eltville am Rhein von einer Überalterung der Bevölkerung betroffen sein. Das Vorhalten entsprechender Einrichtungen wie z.B. Betreutes Wohnen usw. ist daher eine wichtige Aufgabe. Die Altersstruktur der 60- bis hin zu 80jährigen wird dann bei nahezu 30 % liegen und darüber hinaus bei über 80jährigen und älter bei 10 %.
Veränderungen in der ärztlichen Versorgung sind bereits in vielen ländlichen Regionen sichtbar und werden sich in den nächsten Jahren stärker bemerkbar machen.

Der Vorsitzende der Seniorenunion Rudolf Kreckel hatte daher in der vergangenen Woche in die Hausarztpraxis von Frau Dr. Franca Roth eingeladen. Frau Dr. Roth hatte sich informiert und Bürgermeister Kunkel war dankbar, dass dieses Thema aufgegriffen wurde, denn über das neue Landesprogramm „Gemeindeschwester 2.0“ wusste man noch nichts.
An dem Termin nahmen die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper, Bürgermeister Patrick Kunkel, der VdK-Vorsitzende Horst Korte und Frau Dr. Franca Roth und die Mitarbeiterin Silke Mohr teil.

Das Programm der medizinischen Televisite wurde bereits seit 2016 durch einen Oestrich-Winkeler Arzt und dem Rüdesheimer Krankenhaus angewandt. Eine solche Visite erfolgt über Tablet zwischen Hausarzt-Krankenhaus Rüdesheim oder NäPa-Hausarzt.
Die Teilnehmer würdigten das Engagement von Frau Dr. Roth, die bereits 2015 ihre medizinische Fachangestellte Silke Mohr über die Landesärztekammer zur 1. Rheingauer NäPa ausbilden ließ und somit eine bessere ambulante Versorgung der älteren Bürger möglich war und sich mit einer weiteren Praxis als zweite dem Rüdesheimer Pilotprojekt der medizinischen Televisite anschloss.
Silke Mohr wurde entsprechend ausgebildet und berichtete über ihre Tätigkeit: „Ich erfahre sehr viel Dank und Zuspruch von den Bürgern, die sich über diese persönlichen Besuche und medizinische Betreuung freuen, denn so müssen sie nicht extra in die Sprechstunde kommen, um u.a. Blutdruck zu kontrollieren oder Spritzen verabreicht zu bekommen.

Bürgermeister Kunkel begrüßte die Initiative der SeniorenUnion, denn „früher war es in jeder Gemeinde Tradition, dass über die Kirche die Gemeinschwestern die Bürgerinnen und Bürger besuchten, was es heute nicht mehr so gibt. Er wolle prüfen, ob in Eltville eine entsprechende Anlaufstelle mit einer Gemeindeschwester eingerichtet werden könnte,
Bei dem Gespräch wurde auch deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Gebieten, wie z.B. Martinsthal und Rauenthal, in denen es keinen ansässigen Arzt mehr gibt, über den Einsatz einer Gemeindeschwester die notwendige Vermittlung und Unterstützung zur Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten erhalten könnten.

Die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper begrüßte die Aktivitäten der SeniorenUnion und von Frau Dr. Roth, denn „die Gemeindeschwester, die entweder Mitarbeiterin einer Hausarztpraxis oder Angestellte einer Kommune ist, kann sich durch Besuche bei älteren Menschen ein Bild von der Versorgungssituation verschaffen, um anschließend in enger Abstimmung mit den Betroffenen Unterstützungsleistungen anzuregen und zu koordinieren. Sie schließt gezielt eine Lücke zwischen medizinischer und psychosozialer Versorgung für Menschen, die noch keinen Pflegebedarf im Sinne des Sozialgesetzbuches haben“.
Gerade im Alter, wenn neben körperlichen Erkrankungen auch Einschränkungen im Alltag zum Tragen kommen, benötigten viele Menschen einen Ansprechpartner, der notwendige Hilfen organisiere. Die Gemeindeschwester könne bei hilfsbedürftigen Älteren die Schnittstelle zwischen medizinischer, pflegerischer und sozialer Betreuung überbrücken und dazu beitragen, dass sie so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben können. Einem erkennbaren Unterstützungsbedarf vieler Senioren werde so Rechnung getragen. Darüber hinaus erfolge eine Entlastung der hausärztlichen Praxis.
Horst Korte machte deutlich, dass „der VdK Ortsverband Eltville die Aktionen der Senioren-Union unterstützt und bittet die Stadt Eltville um Prüfung , ob in Eltville sowie auch für die Stadtteile die Position einer Gemeindeschwester geschaffen werden kann, um eine bessere medizinische Versorgung für unsere älteren Bürgerinnen und Bürger, die nicht nur aus Altersgründen, sondern auch durch Behinderung in der Lage sind, eine Versorgungseinrichtung zu besuchen. Hier ist natürlich die Voraussetzung, dass die Rheingauer Ärzteschaft die neue Institution auch mitträgt.
Anträge können beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration elektronisch über die E-Mail- Adresse gesundheitsnetze@hsm.hessen.de gestellt werden. Ein Antragsformular kann auf der Internetseite www.soziales.hessen.de/gesundheit abgerufen werden. Ansprechpartnerinnen im Ministerium sind über die Mail-Adresse gesundheitsnetze@hsm.hessen.de erreichbar.
Fazit dieses Termines: Rudolf Kreckel, Vorsitzender der SeniorenUnion Eltville und des RTK hofft, dass viele Städte und Gemeinden im Rheingau-Taunus-Kreis von dem Landesprogramm Gebrauch machen, um eine Gemeindeschwester für die hilfsbedürftigen älteren Bürgerinnen und Bürger einstellen zu können.

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